In seinem Büchlein Von der Not und dem Segen des Gebets schreibt der Theologe Karl Rahner: Wissen wir nicht alle, was Gebet ist, können wir nicht alle beten? So einfach und selbstverständlich ist das nicht. Wir wissen wirklich oft nicht, was Gebet ist und wir können es darum auch oft nicht. Denn es gibt Dinge des Menschen, die Taten des Herzens, von denen jeder glaubt, er kenne sie, weil alle davon reden, er kenne sie, weil sie doch offenbar recht einfach sind.
Gegensätzlicher könnte ein Geschwisterpaar nicht sein. Bereit zum Hören die eine, emsig und beschäftigt die andere. Maria die Kontemplative und Martha die Aktive. Und Jesus lässt keinen Zweifel daran, wer das Bessere gewählt hat. Doch gemach, nicht so geschwind. Viel von dem, was wir meinen zu hören, wird gar nicht gesagt.
Eine junge Frau, Anfang zwanzig. Freiwilliges Soziales Jahr in einem Altenheim.
Als etablierte Kirche mit festen Bauten und mindestens ebenso festen Strukturen ist uns viel von jener Beweglichkeit und Einfachheit des Glaubens verloren gegangen , die Jesus bei der Aussendung der 72 Jünger fordert.
Eine eigeneartige Spannung von Toleranz und Kompromisslosigkeit tritt uns in uns im heutigen Evangeliumsabschnitt entgegen.
Die drei Leidensankündigungen Jesu stoßen nicht unbedingt auf unsere Zustimmung.
Das Augenmerk unseres Evangeliumabschnitts richtet sich auf die Frauen.
Unsere Sonntagslesungen verbindet als roter Faden die Offenheit für das Fremde.
Jeder Gottesdienst beginnt und schließt mit dem Kreuzzeichen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Eine Formel, die uns so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass uns ihre Bedeutung vielleicht gar nicht bewusst ist und uns vorkommt wie ein theologisches Kreuzworträtsel: Man kennt einzelne Buchstaben, aber das ganze bleibt doch verschleiert und undurchsichtig.